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Bio-Betrieb

Bio - vorwärts in die Vergangenheit ! 

 

Welche Anforderungen muss ein Bio-Betrieb erfüllen, damit er die Knospe von Bio Suisse tragen darf?

 

Verzicht auf chemisch-synthetische Spritzmittel

Chemisch-synthetische Pestizide wie Herbizide, Insektizide und Fungizide sind verboten. Getreide, Früchte und Gemüse sind frei von giftigen Rückständen; ebensowenig gelangen Gifte ins Erdreich und ins Grundwasser. In der Folge hat es mehr Lebewesen und damit eine erhöhte Artenvielfalt über dem und im Boden.

Unkraut heisst beim Bio-Bauer "Beikraut", das er nicht ausrottet, sondern in Schach hält (es dient als Nahrungsraum für Nützlinge). Unter anderem, indem er es mechanisch entfernt und auf robuste, und im Jungstadium schnell wachsende Kulturpflanzen setzt. Diese sind zudem weniger anfällig für Pilzerkrankungen. Schädlinge reguliert der Bio-Bauer mithilfe von Nützlingen und anderen natürlichen Mitteln.

 

Gülle und Grunddünger statt Kunstdünger

Es wird grösstenteils mit Gülle und Mist gedüngt, also mit organischem Dünger vom eigenen Hof. Nicht erlaubt sind synthetische Stickstoffdünger. Deren Herstellung ist energieintensiv und belastet das Klima.

Zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit setzen Bio-Bauern zudem auf den Anbau von Klee und weitere sogenannte Leguminosen. Diese Pflanzen können den in der Luft vorkommenden Stickstoff fixieren und im Boden zu Nährstoffen für die Pflanzen umwandeln.

 

Fruchtbare Böden dank wechselnder Fruchtfolge

Im Bio-Acker- und -Gemüsebau wird keine Kulturpflanze gleich zweimal hintereinander auf derselben Fläche angebaut. Zudem muss mindestens alle zehn jahre auf jeder Fläche eine Wiese angesät werden. Dies, sowie die Tatsache, dass Bio-Bauern nur organischen Dünger verwenden und den Boden schonend bearbeiten, führen dazu, dass langfristig die Bodenfruchtbarkeit erhalten bleibt und Bodenerosion so vermieden wird.

 

Ein Biotier ist, was es frisst

Bio-Wiederkäuer fressen vorwiegend Gras und Klee. Konkret werden sie mit mindestens 90 Prozent Raufutter gefüttert. Dieses kommt in der Regel vom eigenen Hof. Sogenanntes Kraftfutter darf höchstens 10 Prozent der Nahrung ausmachen. Zudem muss es Knospe-zertiviziert sein, also von biologisch bewirtschafteten Höfen stammen. Aus gutem Grund: Hochwertiges Biofutter bildet die Grundlage für eine artgerechte, konsequent biologische und gesunde Tierernährung. Ebenso konsequent wird auf künstliche Leistungsförderer verzichtet.

 

Gesunde statt überzüchtete Hochleistungstiere

Der Bio-Bauer setzt auf robuste, langlebige und an den Standort angepasste Tierrassen. Ein gesundes, widerstandsfähiges Tier mit hoher Lebensleistung ist ihm lieber als ein auf Spitzenleistung ausgerichtetes, überzüchtetes und krankheitsanfälliges Tier, das viel Kraftfutter braucht.

 

Kein Präventiveinsatz von Antibiotika und Co.

Chemisch-synthetische Arzneimittel wie Antibiotika sind allein als letzte Massnahme zur Heilung kranker Tiere erlaubt, jedoch grundsätzlich nicht zur vorbeugenden Behandlung. Homöopathische und pflanzliche Heilmittel werden bevorzugt. Sollte trotzdem ein Antibiotikum zum Einsatz kommen, beträgt die Wartezeit zwischen der letzten Verabreichung des Mittels und der Gewinnung von Fleisch, Milch oder Eiern vom behandelten Tier grundsätzlich das Doppelte der gesetzlich vorgeschriebenen Zeit.

 

Ausreichend Bewegung an der frischen Luft

Knospe-Tiere werden so artgerecht wie möglich gehalten. Hierzu gehört auch der regelmässige Auslauf ins Freie und während der Vegetation auf die Weide gemäss dem RAUS-programm des Bundes. Die Tiere können sich ausreichend bewegen und erleben dabei den Lauf der Jahreszeiten und das sich verändernde Wetter, was wiederum ihre Abwehrkräfte stärkt.

 

Regelmässige Kontrollen

Jeder Knospe-Betrieb wird mindestens einmal pro Jahr kontrolliert. Die Kontrollen erfolgen sowohl in der Schweiz als auch im Ausland durch zertifizierte, unabhängige und von Bio Suisse akkreditierte Kontroll- und Zertifizierungsfirmen. Bei kleineren Verstössen gegen die Knospen-Richtlinien erhält der Bauer eine Frist, innerhalb derer er das Problem beheben muss; bei grösseren kommen kostenpflichtige Strafpunkte zum Zug, die eine Kürzung der Direktzahlungen zur Folge haben können; schwerwiegende Verstösse haben den sofortigen Entzug der Knospe zur Folge.

(c) by Fam Villiger, Auw 2014